Schwarztee - der letzte Schliff

Die neue Teeernte steht in Kyushu ja kurz bevor. Oft wird schon Ende März das erste mal geerntet, doch heuer ist das Wetter etwas kühler (durfte ich am eigenen Leib erleben!) Und verzögert sich daher um 1-2 Wochen. Die Blätter der ersten Teeernte, die jungen Triebe, werde für die qualitativ höheren Teesorten verwendet (z.b. Shincha beim GrünTee in Japan und First Flush beim Schwarztee). Meine Teefamilie hat jetzt kurz vor der Ernte noch die letzten Reste bereits vorbereiteten und in Säcken gelagergten Tee vom letzten Jahr zu verarbeiten.

Dazu wird zuerst der vorbereitete (d.h. schon oxidierte Schwarztee) mit einer Art automatischen Rolle nochmals feiner ausgesiebt.

Das ganze läuft zwei mal durch, wobei der Tee jedes mal per Hand in die Maschine geschaufelt wird und danach wieder Per Hand Weiter geschaufelt. Die drei "Siebstufen" sehen dann so aus:

Der ausgesiebte Tee wird jetzt nochmal in einer "Dampfmaschine" erhitzt. Die Wahl der genauen Temperatur, Dauer und Anzahl der Durchgänge ist dabei ganz abhängig von der Expertise des Teebauers, in unserem Fall vom Grossvater der Familie Amano (im Bild unterhalb). Die erhitzten Teeblätter werden dann per Ventilator gekühlt und damit auch letzte Staub und leichtere Fremdteile weggeweht.

Netter Nebeneffekt: In der ganzen Umgebung ist ein sehr angenehmer Duft vom erhitzen des Tees in der Luft. :)

Sind dann alle Säcke mit dem fertigen Tee abgefüllt, ist aber die Arbeit noch nicht ganz erledigt. In einem gesäubertem Raum, in dem Kopfbedeckung und eigene Schlapfen getragen werden müssen, wird der Tee aus den unterschiedlichen Säcken zusammengemischt um Unterschiede bei der Röstung auszugleichen. D.h. konkret per Hand 500kg Tee mit kleinen Schalen schaufeln und per Hand Mischen und anpacken in 25kg Blöcken.

Die 25kg Pakete werden in diesem Fall (Da Restbestände aus dem letzten Jahr.) an einen Süsswarenhersteller versendet, welcher sie in einer Maschine zu Pulver vermahlt und in seinen Produkten verwendet.